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Tipps und Tricks zum Lackieren von Lexan Karossen

Hat man seine Wunschkarosse gefunden, legt man diese auf das Chassis. Da die Karosse noch nicht lackiert ist, kann man die Karosseriepins gut durch die Karosse hindurch erkennen. Mit einem wasserfesten Filzstift markiert man nun die Punkte, an denen man die Bohrungen für die Karosseriepins und Antenne anbringen muss. Gleichzeitig kann man die Umrisse anzeichnen, die eventuell für Motor und Seilzugstarter erforderlich sind.

Nun bohrt man die gekennzeichneten Stellen. Dabei sollte man zuerst dünn vorbohren, mit einem ca. 2 mm Bohrer. Erst dann folgt der erforderliche Bohrdurchmesser von 5 oder 6 mm. Spezielle Lexanbohrer , eigentlich mehr Reibaalen, ermöglichen es, eine Bohrung in einem Arbeitsgang an zu fertigen. Eine interessante Alternative sind Propeller Reibaalen, mit denen man sonst die Zentralbohrung der Luftschrauben erweitert. Diese besitzen eine hohe Standzeit, da sie sonst Holz und dicken Kunststoff schneiden müssen. Allerdings ist hiermit nur eine stufige Bohrung möglich. Wurden alle Bohrungen angefertigt, setzt man die Karosse erneut auf das Chassis und markiert die erforderlichen Radausschnitte.

Nach dem ausschneiden der Radausschnitte, wird die Karosse von Innen mit einem Spülmittel gesäubert. Früher gemachte Aussagen, dass man Karossen innen mit Schleifpapier aufrauen sollte, können getrost zu den Akten gelegt werden. Denn unsere Lacke haben mit der Zeit eine größere Haftung erhalten, und die Formentechnik arbeitet heute mit weniger haftenden Trennmitteln, die sich leicht entfernen lassen. Nachdem man das Spülmittel verwendet hat, ist die Karosse jedoch gründlich mit klarem Wasser aus zu spülen, denn der Lack haftet nicht auf eventuell vorhandenen Resten von Spülmitteln.

Danach sollte die Karosse mit einem sauberen, fusselfreien Tuch getrocknet werden. Am besten eignen sich hierzu Baumwoll Küchentücher. Die Karosse an der Luft trocknen zu lassen ist nicht empfehlenswert. Denn leicht entstehen dabei Kalkflecken, die ohne erneutes Wässern schwer zu entfernen sind.

Um die restlichen Trennmittel zu entfernen eignet sich auch bestens ein Siliconentferner, der aber oft nicht ganz so einfach zu bekommen ist.

So, nun haben wir uns bisher nur mit der Vorbereitung befasst. Es geht ans Lackieren. Will man die Scheiben des Fahrzeugs nicht in der Wagenfarbe haben, und wer will das schon, so müssen die durchsichtigen Fensterflächen abgedeckt werden. Hierzu liegen vielen Karossen entsprechende Abdeckfolien bei. Sollten diese nicht mitgeliefert werden, so benutzt man am besten Maskierfolien, die man entsprechend zuschneiden muss. Diese Folien gibt es als Meterware oder auf Rollen. Sie ähneln DC-Fix, kleben aber nicht, sondern haften nur an den Flächen. Wenn die Kanten sauber angedrückt werden, wird eine zuverlässige scharfe Lacktrennung erreicht. Zur Not tut es auch feines Tesa Krepp, welches man z.B. bei echten Autolackierungen benutzt. Jedoch muss dann sehr viel mit dem Cutter geschnitten werden. Die Gefahr bei Messern und Lexan ist, dass man aufpassen muss, dass man das Lexan nicht zu stark anritzt. Dies würde unweigerlich eine Sollbruchstelle bedeuten, an dem das Lexan brechen kann. Versuchen sie es einmal an einem Lexan Reststück. Ritzen sie das Lexan einmal auf der Länge an und biegen sie es parallel zur Ritzlinie. Sie werden fest stellen, dass ihr Lexan genau an der Stelle bricht. Und zwar sauber. So kann man übrigens auch die langen Karosserieunterkanten beschneiden, ohne eine Schere benutzen zu müssen.

Ach ja, noch etwas zur Info. Die meisten Karossen besitzen eine Schutzfolie auf der Aussenseite. Diese sollte man bis nach dem Lackieren auch drauf lassen, sonst bekommt man einen häßlichen Farbnebel auf die Außenseite der Karosse. Nur sollte nicht vergessen werden, vor dem aufbringen der Decals diese zu enfernen. Mancher wird nun lachen und sagen, das ist doch klar. Ja stimmt, doch ist dies auch Profis in der Hektik tatsächlich schon passiert. Die Folie ist manchmal so glasklar und sauber aufgebracht, dass man sie absolut nicht sehen kann.  Bevor es aber zum Lackieren mit der Sprühdose geht, sollten alle Flächen, wie Kühlergrill, Lufteinlässe, mit schwarzer Farbe aus dem Glas aufgepinselt werden. Will man eine mehrfarbige Lackierung am Modell praktizieren, so sollte man dies vorher mit einem Marker von außen anzeichnen. Begonnen wird mit der dunkelsten Farbe. Da man von Innen lackiert, scheinen dunkle Farben durch hellere durch und es entstehen häßliche Schatten. Auch sollte die nicht zu lackiernede Fläche gründlich abgeklebt werden. Trotz intensivster Abklebung wundert man sich immer wieder, wo der Farbnebel überall hin findet. Besonders die blauen Farben neigen stark zum Nebeln. Besser einmal mehr die abgeklebten Flächen kontrollieren, als einmal zu wenig. Besonders zu achten ist auf einwandfreie Klebung an den Kanten. Sollte doch einmal etwas einnebeln, so kann man diese stellen mit einem Messer oder feinem Schmirgelpapier vorsichtig frei kratzen. Durch die Lackierung von Innen und die noch glatte Außenhaut, ist vom Gekratze nichts mehr zu sehen. Versuchen sie niemals sofort eine deckende Farbschicht zu erreichen, dass endet meist in schönen Lackläufern, die man leider von außen sehr gut sieht. Lieber 3 bis 4 dünne Lackschichten auflegen, aber erst, wenn die vorherige gut durch getrocknet ist. Nun machen viele den Fehler und prüfen die Deckung der Farbe, indem sie die Karosse gegen das Licht halten. Das ist ziemlich unsinnig, denn solch eine Deckung, dass kein Licht mehr durch scheint, wird man bei Lexan nie erreichen. Stellen sie die Karosse auf den Boden. Wenn dann der Boden nicht zu sehen ist, reicht dies aus.

Nach dem Lackieren klebt man innen um die Karosseriebohrungen Tesafilmstreifen, so wird verhindert, dass die Karosseriepins beim aufsetzen der Karosse den Lack zerkratzen. Wer zum Schluß seiner Karosse noch den eleganten kick verleihen will, der kann die klaren Scheiben noch mit Tönungsspray eintönen. Dieses gibt es von Tamiya unter der Farbnummer PS-31. Es imitiert den Rauchglaseffekt. Aber Vorsicht, da man die ersten Lackschichten kaum sieht, kommt es sehr schnell zu Läufern. Besser mit viel Gedult und Pausen den gewünschten Tönungseffekt erreichen. Vorsicht ist auch bei hellen Karosserielacken angesagt. Hier klebt man den übrigen Lack besser vorher ab. Je nach Auftragstärke des Tönungslackes können dunkle Schleier sichtbar werden, da die Tönung durchscheint.

Karosseriekanten und Fensterumrahmungen kann man leicht mit einem Wasser festem Filzstift nach ziehen. Das bringt etwas Leben in die Karosse. Hat man schwarze Flächen vorher vergessen zu lackieren (Kühlergrill, Lufteinlässe) dann kann man auch diese mit einem solchen Stift nachziehen. Es gibt diese Schreiberlinge in verschiedenen Dicken, sodass man auch mit einem dünnen Stift die Türkanten nach ziehen kann.

Schlussendlich bringt man Decals und Verzierungen nach Belieben an.

Und nun wünschen wir viel Erfolg bei der eigenen Schöpfung.                      Copyright HP Sollik

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